Imam Bukhari

Einleitung

Sein vollständiger Name lautet Muhammad Ibn Ismail Ibn Ibrahim Ibn Al-Mughira Ibn Bardizbah Al-Bukhari Al-Dschu’fi, er wurde unter anderem auch Abu Abdullah genannt. An einem Freitag, den 11. Schauual 194 n.H., erblickte er zum ersten Mal das Tageslicht in Bukhara. Daher kommt auch sein Name Al-Bukhari: Dies bedeutet „der aus Bukhara“.Die letzten Tage seines Lebens verbrachte er in einem Dorf, welches ca.1 km von Samarkand entfernt war, bei einigen seiner Verwandten. In der Nacht des ‚Id-ul-Fitr, dem Fest am Ende des Ramadan 256 n. H., ist er nach dem Ischa(Nacht)-Gebet zu Allah zurückgekehrt.

 

Zur Person Bukhari

Als er noch ein kleines Kind war verstarb sein Vater und wuchs somit als Halbwaise auf. Zudem verlor er in frühen Jahren sein Augenlicht. Seine Mutter betete daraufhin viel für ihren Sohn. Eines Nachts sah sie den Propheten Ibrahim (ALLAHs Friede mit ihm) im Traum, der zu ihr sagte: „Allah hat deinem Sohn sein Augenlicht wiedergegeben wegen deiner vielen Bittgebete.“ Bukhari hat seine Zeit nur mit Wissenserwerb und Gottesdienst verbracht. Er besaß außergewöhnlich viel Schamgefühl, Mut, Großzügigkeit, Freigiebigkeit und Gottesfurcht. Für ihn bedeutete das Diesseits nichts, sondern er hatte große Hoffnung auf das Jenseits. Er pflegte oft freiwillig zu fasten, viel freiwillig in der Nacht zu beten und Koran zu lesen, besonders im gesegneten Monat Ramadan.
Es wird berichtet, dass er selbst jeden Tag den Koran einmal durchlas. Eigentlich sollte man mindestens drei Tage brauchen, um den Koran durchzulesen, damit man auch über den Text nachdenken kann. Dass Bukhari ihn jeden Tag durchlas, ist möglicherweise auch damit zu begründen, dass er als Wissenschaftler völlig sicher in der Wiedergabe jeder Stelle des Korans sein wollte und dass er voll konzentriert die Seiten überfliegen konnte. Aber Allah weiß es am besten.
Abu Dschaafar Muhammad bin Abi Hatem Al-Warraq berichtete, dass Imam Al-Bukhari ihm erzählte, wie er mit dem Lernen der Hadithe angefangen hat. Bukhari sagte: „Ich habe bereits angefangen, Hadithe auswendig zu lernen, als ich noch bei den Kuttab war (damalige Quranschule) – damals war ich 10 Jahre alt oder noch jünger.

Mit 16 Jahren kannte ich die Bücher von Ibn Al-Mubarak und Waki‘ (der Lehrer von Imam Schafi’i), ihre Ansichten und ihre Aussagen auswendig. Gemeinsam mit meiner Mutter und meinem Bruder Ahmad bin ich nach Mekka gereist, um dort Hadithe zu lernen. Mit 18 Jahren habe ich angefangen, über die Prophetengefährten und die Tabi’un zu schreiben, was in das Buch At-Tarikh al-Kabir („Die große Biographiengeschichte“) mündete… Es kam selten vor, dass es eine Person gab, über die ich nichts erzählen konnte, aber ich habe nicht alle erwähnt, damit das Buch nicht zu dick wird.“ Einmal, während er betete, wurde er von einer großen Hornisse siebzehn Mal gestochen. Erst nach dem Gebet sagte er: „Schaut mal, was mir während des Gebets passiert ist.“ Da sahen seine Gefährten die Hornisse und die siebzehn Hornissenstiche.

 

Sein Starkes Gedächtnis

Hasched ibn Ismail berichtet: „Als Abu Abdullah Muhammad bin Ismail Al-Bukhari noch ein kleiner Junge war, saß er mit uns bei den Hadithgelehrten von Basra, schrieb aber nichts nieder (von dem, was sie sagten).

Wir fragten ihn: „Was hat es für einen Sinn, dass du mit dabei bist aber nicht mitschreibst?“ Sechzehn Tage später antwortete er, nachdem wir ihn gedrängt hatten: „Ihr habt mir keine Ruhe gelassen, also zeigt mir was, ihr aufgeschrieben habt.“

Wir hatten ungefähr fünfzehntausend Hadithe aufgeschrieben. Er hat sie uns alle auswendig vorgetragen und wir haben sogar unsere nach seiner Lesung korrigiert. Dann sagte er: „Meint ihr immer noch, dass ich meine Zeit verschwende?“ Da haben wir erkannt, dass keiner besser als er sein wird. Die Leute von Basra sind oft hinter ihm her gerannt, um ihn zum Sitzen zu bringen, damit er ihnen Hadithe vorliest. Dann haben sich viele um ihn versammelt und haben mitgeschrieben, was er berichtete, obwohl ihm damals noch kein Bart gewachsen war (d.h., er war noch sehr jung).

Noch ein Beweis dafür, dass er ein sehr gutes Gedächtnis hatte, ist die folgende Begebenheit, welche ihm in Samarkand passierte: Dort versammelten sich 400 Hadithgelehrte, zehn unter ihnen vertauschten die Überlieferungsketten von insgesamt 100 Hadithen derart, dass jeder Hadith eine falsche Überlieferungskette hatte, die sie Imam al-Bukhari zur Prüfung vortrugen. Daraufhin korrigierte er alle Hadithe richtig, so dass jeder Hadith am Ende wieder seine richtige Überlieferungskette hatte. Dasselbe passierte auch in Bagdad, wo er eine derartige Prüfung wiederum bestand. Es wurde erzählt, dass er nur einmal ein Buch lesen brauchte, um es auswendig zu können.

Seine Lehrer und Schüler

Imam Bukhari hat von ungefähr tausend Gelehrten – zu denen er selbst gereist ist – Hadithe überliefert. Etwa genauso viele Schüler hatte er auch. Zu seinen bedeutendsten Lehrern zählen:

  • Hammad ibn Schaker
  • Imam Ahmad ibn Hanbal
  • Jahja ibn Mai’in und noch weitere.

 

Zu seinen bedeutendsten Schülern zählen:

  • Imam Muslim
  • Imam Tirmidhi
  • Imam an-Nasa’i
  • Abu Hatim und viele andere

 

Seine Werke

Der Imam Al-Bukhari hat mehrere Werke verfasst, zu den bekanntesten gehören:

  • „Das kurzgefasste umfassende authentische mit Isnaden verbundene Werk über den Hadith des Gesandten Allahs – Salla Allahu alaihi wa sallam -, sowie über seine Sunnas und sein Leben“ – besser bekannt als: „Sahih Al-Bukhari“ (ca 1/4 wurde ins Deutsche übersetzt)
  • Al-Adab Al-Mufrad (in Übersetzung): Das Buch des Benehmens
  • Das Lesen hinter dem Imam
  • Das Heben der Hände im Gebet
  • At-Tarich Al-Kabir (das große Biographiewerk)
  • At-Tarich As-Saghir (das kleine Biographiewerk)

Der Text basiert auf der folgenden Quelle: http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Buchari